Die kleinen Monde des Saturn


 Seit 13 Jahren ist die Raumsonde Cassini bereits im Saturnsystem unterwegs. Wir verdanken ihr großartige Aufnahmen von Saturn und seinen Ringen. Auf den größten Saturnmond Titan lieferte Cassini das europäische Landegerät Huygens ab.

Doch auch die kleineren Monde Saturns wurden von Cassini immer wieder fotografiert. Emily Lakdawalla von der Planetary Society hat diese schöne Collage zusammengestellt. Darunter finden sich viele Exoten, wie den Mond Pan mit seiner "Hutkrempe" oder den schwammartigen Hyperion. Die Auflösung beträgt 100 Meter pro Pixel.

Die zweite Collage zeigt die etwas größeren Monde in einer Auflösung von 500 Meter pro Pixel.


Zum Größenvergleich sind die ganz kleinen Monde aus der ersten Collage noch einmal links oben abgebildet.
Man erkennt, dass die Monde mit einem Durchmesser oberhalb von Hyperion rund sind. Sie haben genügend Masse, um unter ihrer eigenen Schwerkraft kugelförmig zu werden.
Titan, der größte Saturnmond, ist etwa 3,4 Mal so groß wie Rhea und würde das Bild somit ausfüllen.

Die Saturnsonde Cassini wird am 15. September kontrolliert auf Saturn zum Absturz gebracht. Die Bilder dieser extrem erfolgreichen Raumfahrtmission werden wir noch lange bewundern können.

Quelle mit Bildern in großer Auflösung: Planetary Society

Supernova in der Feuerwerksgalaxie NGC 6946



Am 14. Mai entdeckte der Amateurastronom Patrick Wiggins einen neuen Stern in der Galaxie NGC 6946. Eigentlich können wir die Sterne in dieser etwa 20 Millionen Lichtjahre gar nicht einzeln erkennen. Wir sehen aus dieser riesigen Entfernung nur das kombinierte Licht aller Sterne und des leuchtenden Gases dieser Galaxie. Die Sterne, die in dem Bild oben zu sehen sind, stehen alle im Vordergrund und gehören zu unserer eignenen Galaxie, der Milchstraße. Anders verhält es sich aber mit dem oben markierten Stern. Er gehört wirklich zu NGC 6946. Trotz seiner Entfernung von 20 Millionen Lichtjahren, leuchtet er wie ein naher Stern.

Das Bild oben wurde von dem Heidelberger Astrofotografen Julian Zoller mit einem 8"-Newton-Teleskop in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai aufgenommen.

Was Patrick Wiggins entdeckte und Julian Zoller fotografierte, ist der Supernovakandidat 2017eaw. Es wäre die zehnte Supernova in NGC 6946, weshalb diese Galaxie ihren Eigennamen Feuerwerksgalaxie zu recht trägt.

Das Spektrum des neuen Sterns identifiziert ihn als Supernova vom Typ II (ATel 10376). Der Name Nova bezieht sich darauf, dass es sich für uns um einen neuen Stern am Himmel handelt. Ironischerweise ist aber genau das Gegenteil der Fall. Hier hat ein massereicher Stern seine Existenz mit einer letzten Explosion beendet. Der Vorläuferstern war für uns Zeit seines Lebens nicht sichtbar, weil zu weit entfernt. Er hat lediglich einen Beitrag zu der Gesamthelligkeit seiner Heimatgalaxie NGC 6946 beigetragen. Jetzt, mit seinem Ende, überstrahlt er die ganze Galaxie an Helligkeit, bevor die Explosion langsam verblasst.

Bei NGC 6946 handelt es sich um eine Spiralgalaxie im Sternbild Kepheus an der Grenze zum Schwan. Sie ist auch im Teleskop nur schwach als Galaxie erkennbar. Erst die Fotografie zeigt ihre ganze Schönheit. Die Supernova hingegen ist auch in mittleren Amateurteleskopen gut zu erkennen.

In der Abbildung unten ist die Lage mit einem blauen Quadrat markiert.


Die Grafik wurde mit Stellarium erzeugt und zeigt den Nachthimmel um 23:00 Uhr MESZ. In Richtung Nordosten geht das Sternbild Schwan (Cygnus) auf, mit der Galaxie NGC 6946 im Schlepptau. Man muss also lange warten oder früh aufstehen. Der Schwan dominiert erst in den Sommermonaten den Nachthimmel.

Bildautor: Julian Zoller
Grafik: Stellarium
Weitere Quelle: Sky&Telescope

Der Krebsnebel M1 in allen Farben von Röntgen bis Radio


 Dieses Bild zeigt den Krebsnebel, auch Krabbennebel genannt, der sich im Sternbild Stier (lat.: Taurus) in circa 6.500 Lichtjahren Entfernung befindet. Im berühmten Katalog der nebelartigen Objekte von Charles Messier (1730-1817) trägt er die Nummer 1 und wird daher auch kurz und knackig als M1 bezeichnet.

Die Aufnahme oben ist ein Komposit aus den Daten verschiedener astronomischer Instrumente, die den Wellenlängenbereich von der Röntgenstrahlung bis zu den Radiowellen abdeckt. Konkret beigetragen haben die weltraumgestützten Observatorien Chandra (Röntgenlicht, violett eingefärbt),  XMM-Newton (Ultraviolett, blau eingefärbt), Hubble (sichtbarer Spektralbereich, grün eingefärbt) und Spitzer (Infrarot, gelb eingefärbt). Für den Radiobereich kam das Radioteleskop Very Large Array in New Mexico zum Einsatz. Dessen Daten sind rot eingefärbt.

Der Krebsnebel ist ein Supernovaüberrest, also das Ergebnis einer gewaltigen Sternexplosion. Das Licht der Explosion wurde im Jahre 1054 von chinesischen Beobachtern erstmalig registriert - mit bloßem Auge, ganz ohne Teleskop.

Heute spannt das expandierende Gas einen Bereich von etwa 12 Lichtjahren auf. Der Kern des ehemaligen Sterns hat sich zu einem Neutronenstern verdichtet. Dieser rotiert extrem schnell um seine eigene Achse, nämlich 30 Mal pro Sekunde. Astronomen sprechen von einem Pulsar, in diesem Fall vom Krebspulsar. Man erkennt den Pulsar als hellen Stern im Zentrum des Nebels.

 Image Credit: NASA, ESA, G. Dubner (IAFE, CONICET-University of Buenos Aires) et al.;
A. Loll et al.; T. Temim et al.; F. Seward et al.; VLA/NRAO/AUI/NSF; Chandra/CXC;
Spitzer/JPL-Caltech; XMM-Newton/ESA; Hubble/STScI